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„Ordentlich gestiegen“

Die VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall eG informiert ihre Vertreter über die Geschäftsentwicklung im Jahr 2025.

„Es geht uns auf einem verdammt hohen Niveau gut.“ Mit diesen Worten fasste der Vorstandsvorsitzende Eberhard Spies die gesamtgesellschaftliche Situation bei der Vertreterversammlung der VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall eG in Künzelsau-Gaisbach zusammen. „Und das trotz der vielen geopolitischen Probleme, die eine wirtschaftliche Krise ausgelöst haben.“ In diesen bewegten Zeiten konnte sich die regionale Bank gut behaupten.

Bevor Eberhard Spies jedoch zu den Zahlen kam, wies Dr. Ulrich Theileis, Präsident des Genossenschaftsverbands Baden-Württemberg, in seinem Grußwort darauf hin, dass dies die letzte Vertreterversammlung des Vorstandsvorsitzenden sei, da Eberhard Spies, wie schon lange angekündigt, Ende des Jahres in den Ruhestand gehe. Der Präsident würdigte die Arbeit des Vorstandsvorsitzenden, der die Bank seit 2005 sehr erfolgreich leitet. „Das ist das Ergebnis einer Teamleistung.“ Eberhard Spies habe der Bank einen klaren Fahrplan gegeben. „Das lupenreine Ergebnis 2025 ist nicht selbstverständlich.“ Nach dem ungeplanten Lob von höchster Stelle, das dem Vorstandsvorsitzenden sichtlich naheging, kam er schnell wieder zu seinem Bericht zurück: „Es ist erst Mai, ich bin noch bis zum Ende des Jahres da. Bis dahin wird noch voll stramm gearbeitet.“

Dr. Ulrich Theileis, Präsident des Genossenschaftsverbands Baden-Württemberg

Eberhard Spies präsentierte dem „Parlament der Bank“ (Aufsichtsratsvorsitzender Armin Rapp) die Situation des letzten Jahres. Die politischen Veränderungen haben Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Hinzu kommen gestiegene Energiepreise, erhöhte Zölle und Rohstoffknappheit. In Deutschland herrscht Fachkräftemangel und es werden Arbeitsplätze abgebaut. Diese gesamte Situation führt zu einer Investitionszurückhaltung und steigenden Insolvenzen. „Es geht uns auf einem verdammt hohen Niveau trotzdem noch gut“, zog der Vorstandsvorsitzende ein Fazit zur gesamtwirtschaftlichen Situation.

Die Begehrlichkeiten und geopolitischen Risiken erschweren das Geschäft. Zusammen mit den brancheninternen Herausforderungen – dem ausufernden Verbraucherschutz, der Regulatorik, den Nachhaltigkeitskriterien, dem Digitalisierungsdruck und dem gestiegenen Kapitalbedarf – müssen alle Banken investieren und neue Wege gehen. „In dieser Situation ist das Geschäft der Bank ordentlich gestiegen“, machte er deutlich.

Die Bilanzsumme ist im Jahr 2025 auf 4,892 Milliarden Euro gestiegen, was einem Anstieg von 68 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Eberhard Spies legt jedoch besonders großen Wert auf das Kundengeschäftsvolumen: Dieses konnte 2025 um 557 Millionen Euro auf 11,299 Milliarden Euro erhöht werden. Darin sind alle Geschäfte zusammengefasst, die die Kundinnen und Kunden mit der VR Bank getätigt haben. Das Institut verwaltet damit mehr als doppelt so viele Einlagen außerhalb der eigenen Bilanz. „Das zeigt, wie stark wir im Verbundgeschäft sind“, betonte Eberhard Spies. Zusammen mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall, Union Investment, der R+V Versicherung, der TeamBank (easyCredit) und der DZ Bank bietet die VR Bank somit in allen relevanten Bereichen Produkte und Lösungen an.

Er zeigte sich zufrieden mit dem Kreditgeschäft: Es ist 2025 um 270 Millionen Euro auf 3,673 Milliarden Euro geklettert. „Dieses Rekordergebnis werden wir sicherlich nicht jedes Jahr schaffen“, kommentierte Eberhard Spies. Vor allem im gewerblichen Kreditgeschäft sowie im Wohnungsbau und bei Eigenheimen gab es Nachholbedarf. Zudem ist das Eigenkapital um 22 Millionen Euro auf 494 Millionen Euro angestiegen, das die Bank für ihr erhöhtes Kreditgeschäft als Haftsumme benötigte. Die derzeit knapp 102.300 Mitglieder können bis zu zehn Anteile an der Bank erwerben. Mehr sollen es aber nicht werden, wie der Vorstandsvorsitzende klarmachte: „Wir sehen uns als echte Genossenschaftsbank und das würde nicht zu unserem Geschäftsmodell passen.“

Vorstandsvorsitzender Eberhard Spies

Die VR Bank investiert im laufenden Jahr in den Neubau und Umbau von Geschäftsstellen. Unter anderem in Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen und später im Jahr in Heilbronn. Das neuartige Beratungskonzept für junge Kunden wird weiter umgesetzt. Da die VR Bank großen Wert auf die Region legt, fördert sie auch weiterhin Vereine, Organisationen und Institutionen zwischen Heilbronn, Schwäbisch Hall und Crailsheim. In den letzten Jahren setzte sie dafür 1,6 Millionen Euro ein, wie Eberhard Spies unterstrich.

Ein weiteres Thema ist der bevorstehende Generationswechsel: Daniel Mohr ist seit Oktober 2025 Teil des Vorstandsteams. Zu Beginn des nächsten Jahres wird er die Nachfolge von Eberhard Spies antreten. Um den gestiegenen Anforderungen an interne Steuerung und externe Strategie gerecht zu werden, hat die Bank zwei Regionaldirektoren im Vertrieb eingeführt. Dirk Reinecker ist seit Mitte 2025 für die Region Heilbronn und Jürgen Lechner seit April 2026 für den Bereich Schwäbisch Hall-Crailsheim zuständig. Der demografische Wandel macht sich aber nicht nur bei den Vorständen, sondern auch in anderen Bereichen der VR Bank bemerkbar. Mit einer ausgeklügelten Strategie werden die freiwerdenden Stellen rechtzeitig nachbesetzt.

Bei der Vertreterversammlung ehrte Eberhard Spies einen Kollegen, der dafür gesorgt hat, dass die Vorstandsarbeit in den letzten über zwanzig Jahren reibungslos funktionierte. Wolfgang Laidig, der Leiter des Vorstandssekretariats, geht zum Ende des Jahres ebenfalls in den Ruhestand. „Er war durch seine Akribie unsere Lebensversicherung. Er dachte an alles und organisierte als ‚Mister Vertreterversammlung‘ das höchste Entscheidungsorgan der VR Bank“, schloss der Vorstandsvorsitzende seine Würdigung.