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„Großes Interesse an der Entwicklung“

Die MitgliederForen der VR Bank Heilbronn-Schwäbisch Hall eG beginnen. In 33 Veranstaltungen werden die Anteilseigner über das letzte Geschäftsjahr informiert.

Eberhard Spies, der Vorstandsvorsitzende der VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall eG, machte den vielen Mitgliedern in der Haller Blendstatthalle zu Beginn der MitgliederForen klar: „Ich bin das letzte Mal in offizieller Mission unterwegs“, sagt er. „Im Laufe des Jahres wird es eine stückweise Übergabe an meinen Nachfolger Daniel Mohr geben. Er wird dann ab Januar 2027 die Bank führen.“ Bevor Spies näher auf die Situation der Bank einging, präsentierte Matthias Schwarz, Leiter des Regionalmarkts Schwäbisch Hall, die Zahlen des letzten Geschäftsjahrs unter dem Motto „Wir für Sie: ganz nah, ganz persönlich, ganzheitlich“.

Anwesend waren der Aufsichtsratsvorsitzende Armin Rapp und der gesamte Vorstand. Auch der neue Regionaldirektor Jürgen Lechner lauschte interessiert dem Ergebnis. Matthias Schwarz machte es nicht lange spannend: Gleich zu Beginn wies er auf die „gute und stabile Entwicklung” der VR Bank hin. Die Einlagen in der Bankbilanz (Sicht-, Termin- und Spareinlagen) betrugen 3,751 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 54 Millionen Euro im Vergleich zu 2024 entspricht. „Das ist aber nur ein Teil des uns anvertrauten Kapitals.“ Das Kunden-Geschäftsvolumen, das die Einlagen der Kundinnen und Kunden bei der Bank und bei den Verbundpartnern zusammenfasst, erlaubt einen „ganzheitlichen Blick“ auf alle Kundengelder. Es ist um über eine halbe Milliarde Euro auf 11,299 Milliarden Euro gestiegen. „Das zeigt auch unsere starke und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den VerbundPartnern“, machte der Regionalmarktleiter deutlich. Die Summe der ausgezahlten gewerblichen und Wohnbaukredite ist im Jahr 2025 um 270 Millionen Euro auf 3,673 Milliarden Euro angestiegen. „Wir stehen auch in schwierigen Zeiten als verlässlicher Finanzpartner unseren Kundinnen und Kunden zur Seite“, kommentierte Matthias Schwarz die Entwicklung. Das Eigenkapital in Höhe von 494 Millionen Euro (+22 Millionen Euro) sei eine „gute und gesunde Basis für die Bank“. Die Bilanzsumme der genossenschaftlichen Bank belief sich 2025 auf 4,892 Milliarden Euro (+68 Millionen Euro).

Matthias Schwarz, der Leiter des Regionalmarkts Schwäbisch Hall, stellt die Geschäftszahlen vor.

Die VR Bank arbeitet traditionell eng mit den VerbundPartnern der genossenschaftlichen Finanzgruppe zusammen. So kann sie ihren Kundinnen und Kunden die ganze Bandbreite der Leistungen aus einer Hand anbieten. Im Jahr 2025 wurden bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall 1.896 Verträge über insgesamt 142 Millionen Euro abgeschlossen. „Diese Anlageform ist durch die höheren Guthaben- und Darlehenszinsen weiterhin aktuell“, erklärte Matthias Schwarz den Mitgliedern. Im vergangenen Jahr legten sie 95 Millionen Euro in Fonds der Union Investment an. „Durch das aufregende Börsenjahr lohnte sich die Anlage auf jeden Fall.“ Zur Zwischenfinanzierung sind die Produkte von Easy Credit ideal: Die Kundinnen und Kunden schlossen 2.783 Verträge mit einer Gesamtsumme von 14 Millionen Euro ab und hatten das Geld am nächsten Tag „einfach, schnell und flexibel“ auf ihrem Konto. Im letzten Jahr zeichneten die Mitglieder 5.485 Policen bei der R+V Versicherung mit einer Gesamtsumme von 104 Millionen Euro und regelten so die Absicherung, die Vorsorge und ihre Nachfolge oder legten Geld an. Über die DZ Bank kauften die Kunden Zertifikate im Wert von 90 Millionen Euro.

„Die Mitgliederentwicklung ist leicht rückläufig“, berichtete der Regionalmarktleiter. „Die Zahl ist um knapp 1.800 auf 102.271 Mitglieder gefallen.“ Dies liege daran, dass die VR Bank großen Wert auf eine aktive Geschäftsbeziehung legt. Fehlt diese, werden die Mitglieder ausgeschlossen. Dennoch stieg die Zahl der Anteile um über 22.000 auf 403.926, wodurch sich die Geschäftsguthaben auf 98,394 Millionen Euro erhöhten. „Unsere Mitglieder können bis zu zehn Anteile zeichnen“, erläuterte Matthias Schwarz. „Und das machen immer mehr Anteilseigner.“ 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben exklusiven Informationen bei den MitgliederForen und durch die Mitgliederzeitschrift gibt es günstige Kontenmodelle mit dem Hausbankprogramm, Cashback und Bündelrabatte bei Versicherungen, Rabatte bei Partnern (VR-MeinPlus) und Kreditkartenvorteile. Außerdem erhalten Mitglieder eine attraktive Dividende auf die Geschäftseinlagen.

Den geehrten Mitgliedern werden ein Geschenk und eine Urkunde überreicht.

Matthias Schwarz stellte auch den Stand der Digitalisierung dar. Während die Zahl der Kundinnen und Kunden steigt, die das Onlinebanking nutzen, und dadurch bereits über 16,6 Millionen „virtuelle Bankbesuche“ pro Jahr registriert werden, „gehen die Schaltertransaktionen deutlich auf weniger als 160.000 pro Jahr zurück“, machte er deutlich. Auch die Nutzung der Geldautomaten ist rückläufig. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen mehr kontaktlos mit ihrer Girocard und mit dem Smartphone oder lassen sich in Supermärkten Geld ausbezahlen.“ Das werde die digitale Zukunft des Bankgeschäfts sein, unterstrich der Regionalmarktleiter. „Die Bankfiliale wird immer mehr zu einem Ort der Beratung werden.“

Zu diesem Trend gehört der „digitale Geldbeutel“ Wero, mit dem Echtzeit-Zahlungen von einem Konto zum anderen möglich sind. Zudem kann Geld bei Freunden angefordert und Überweisungen nur mit Telefonnummer oder E-Mail-Adresse getätigt werden. Außerdem sind sichere Einkäufe im Internet garantiert. Das von europäischen Banken entwickelte System benötigt keinen Drittanbieter wie PayPal und die Daten werden ausschließlich in Europa gespeichert – das Tool entspricht damit höchsten Anforderungen an den Datenschutz und die Datensicherheit.

In seinem Vortrag ging Matthias Schwarz auch auf die Strukturierung des Vermögens ein. Wenn viele Sparerinnen und Sparer ihr Geld auf Giro- und Geldmarktkonten zu einem geringen Zinssatz liegen haben, können sie ihr Vermögen damit nicht vermehren. Er empfahl, das Vermögen in Geldwerte (zum Beispiel Bausparvertrag oder Versicherung), Substanzwerte (zum Beispiel Aktien oder Investmentfonds), Sachwerte (zum Beispiel Immobilienfonds), Liquidität (zum Beispiel Geldmarktkonto) und alternative Anlagen aufzuteilen. „So werden die Risiken verteilt und die Renditechancen erhöht“, schlug er vor. Welche Anlagen für die einzelnen Kundinnen und Kunden geeignet sind, können sie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bank besprechen. „Wir haben die Kompetenz, das Wissen und die Erfahrung, dafür stehen wir“, betonte der Regionalmarktleiter.

„In der eigenen Immobilie ist das meiste Kapital gebunden“, sagte Matthias Schwarz und sprach damit ein weiteres Thema an. „Eine energetische Sanierung kostet viel Geld.“ Die vorausschauende Beratung hilft, die richtige Entscheidung zu treffen. In dieser Hinsicht sowie bei Kauf und Verkauf einer Wohnung oder eines Hauses ist das Immobilien-Team der VR Bank der richtige Ansprechpartner. „Die Kolleginnen und Kollegen verfügen über absolute Marktkenntnisse in der Region und begleiten in allen Phasen des Prozesses.“

Für den Vorstandsvorsitzenden Eberhard Spies sind die 33 Mitgliederforen bis Mitte März nach wie vor etwas ganz Besonderes: „Unsere fünfte Jahreszeit.“ Hier informieren sich die Mitglieder über ihre Bank, erhalten einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf zukünftige Vorhaben. „Sie haben ein großes Interesse an der Entwicklung.“ Zunächst ordnete er die Rahmenbedingungen ein: Die verschiedenen politischen Änderungen haben eine Auswirkung auf die Weltwirtschaft. Dazu zählt der US-Präsident mit seinen nicht mehr nachvollziehbaren Entscheidungen, den Zöllen und seinen Begehrlichkeiten auf das Territorium befreundeter NATO-Staaten. Aber auch andere geopolitische Risiken wie der russische Angriffskrieg in der Ukraine, die Situation im Nahen Osten und Chinas Anschlusspläne mit Taiwan spielen eine Rolle. Der Fachkräftemangel, die weiterhin stagnierende Konjunktur mit Investitionszurückhaltung, Arbeitsplatzabbau und steigenden Insolvenzen bringen weitere Unsicherheit in die Wirtschaft. Die Einführung der Künstlichen Intelligenz wirbelt die Branchen durcheinander. „KI beschleunigt Entscheidungsprozesse in der Bank und spart so Kosten ein“, ist er sich allerdings sicher.

Vorstandsvorsitzender Eberhard Spies präsentiert zum letzten Mal die vergangenen und zukünftigen Entwicklungen der Bank. Ende des Jahres geht er in den Ruhestand.

Für die Banken werden der zunehmende Verbraucherschutz und die ausufernde Regulatorik immer mehr zur Belastung. Die Nachhaltigkeitskriterien haben sich geändert: Was früher bei Investitionen ein „No-Go“ war, wird heute als sinnvoll akzeptiert. Der Schutz der Banken und ihrer Daten vor Cyberangriffen spielt eine immer größere Rolle. Immer höhere Eigenkapitalanforderungen setzen die Banken zusätzlich unter Druck. „Wir sind gut ausgestattet: Die Bankenaufsicht schreibt eine Eigenkapitalquote von 12 Prozent vor, wir haben 16 Prozent“, beruhigte der Vorstandsvorsitzende.

Vor diesem Hintergrund geht die VR Bank den Generationswechsel an und besetzt den Vorstand neu: Ab dem 1. Januar 2027 übernimmt Daniel Mohr den Vorstandsvorsitz. Das Gremium wird durch das Ausscheiden von Eberhard Spies um eine Person verkleinert. Die neuen Regionaldirektoren Jürgen Lechner (Schwäbisch Hall) und Dirk Reinecker (Heilbronn) entlasten den Vorstand in der Alltagsarbeit. Aufgrund des großen Geschäftsgebiets von der bayerischen Grenze bis hinter Heilbronn wird die VR Bank weiterhin an der internen Kommunikation und am begonnenen Kulturprojekt arbeiten. Die Geldautomaten wurden wegen der geringeren Nachfrage im häufiger abgebaut und gemeinsam mit den Sparkassen betrieben, „was für beide Kosten einspart“. Das Konzept „Bank der Regionen“ mit zwei unterschiedlichen Regionen wird fortgeführt. Bei den Geschäftsstellen sind derzeit bauliche Änderungen in Bad Wimpfen und Bad Friedrichshall geplant. Die VR Bank überprüft ihre bestehenden Strukturen und passt sie an die Nutzungsfrequenz ihrer Kundinnen und Kunden an: „Es ist schließlich das Geld unserer Mitglieder.“

Die VR Bank setzt auf die Unterstützung der Region: Bei über 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bietet sie 80 jungen Menschen eine gute Ausbildung. Zudem unterstützt sie die Job-Börsen in Crailsheim, Gaildorf, Schwäbisch Hall und Heilbronn. „Wir wollen die Menschen durch eine gute Ausbildung in der Region halten“, bekräftigte Eberhard Spies. Dazu gehört auch die Unterstützung der bestehenden Hochschullandschaft. Im vergangenen Jahr hat die VR Bank über 1,4 Millionen Euro in die Unterstützung von Vereinen, Institutionen und Organisationen investiert. „Die Förderung der Region ist eine der ureigensten Aufgaben einer Genossenschaft“, betonte der Vorstandsvorsitzende. Die durch den Gesetzgeber vorgegebenen Nachhaltigkeitsprojekte werden weiter fortgeführt, „weil wir das auch als wichtig erachten“.

Die Beratungsstruktur wird weiter an die Bedürfnisse junger Kundinnen und Kunden angepasst. Auch ältere Menschen können je nach ihrem individuellen Bedarf digitale Kanäle wie Chat, Videoberatung und Telefon nutzen. „Wir werden die Unternehmen in schwierigen Situationen begleiten“, machte Eberhard Spies deutlich. „Das ist die Aufgabe einer genossenschaftlichen Bank, und dafür haben wir ein breites Kreuz.“

Das Saxofon-Duo Constanze Haas und Richard Beißer unterhielt das Publikum in Schwäbisch Hall mit bekannten Stücken.

Bei den MitgliederForen der VR Bank werden die langjährigen Mitglieder geehrt. Es gibt es traditionell kostenloses Essen, Getränke und ein Gastgeschenk. Die trockenen Informationen werden durch Beiträge und Vorführungen von Vereinen ergänzt. Den Abschluss bildet ein Comedian, der den Saal zum Lachen bringt.